Donnerstag, 24. Mai 2012

Tokyo: 23. Mai - Harajuku II, Ikebukuro

Mit Harajuku war ich ja noch nicht ganz durch! .... Ich bin es wahrscheinlich immernoch nicht, aber ich habe heute mal vor allem die Geschäfte in den oberen Stockwerken erkundet. Wenn ihr durch Harajuku geht: bitte schaut auf die Schilder, die an den Häusern hängen und überseht die schmalen Treppen nicht. Sie können zu tollen Geschäften führen. Ich habe gemerkt, dass man dort vor allem die besseren Visual kei (Kleidung) Läden findet, während man in den Geschäften in den Erdgeschossen der Takeshita dori oft nur Ramsch in der Richtung bekommt. Schaut auch unbedingt zumindest mal ein kleines Stück weit in die Seitenstraßen, da sind auch noch ein paar Gute. Das gilt übrigens nicht nur für VK.
Sucht ihr Accessoires und dergleichen für weniger horrende Preise: geht am Ende der Takeshita dori geradeaus über die Straße und lauft ein Stück weiter. Dort gibt es ein paar Geschäfte mit einzigartigen (und auch bestimmt z.T. selbstgemachten) Schmuckstücken, Taschen, etc, die preislich eher im Verhältnis stehen. Man beobachtet sonst nämlich bei vielen Geschäften, dass billiges Zeug für zu viel Geld verkauft wird. Aber Geschäfte, die im Großteil zu teuer sind, haben manchmal auch preisgünstigere Artikel im Sortiment. Von daher kann es sich schon lohnen, überall mal hineinzuschauen. Und traut auch, auch in abgelegene Läden zu gehen, die vielleicht auch so aussehen, als seien sie geschlossen ... die suchen nämlich eigentlich auch nach Kunden.^^
Manchmal kann man auch in so hinterhofartige Gegenden kommen. Ist nicht schlimm. Oft verbergen sich dann die Treppen runter riesige Secondhand-Geschäfte und dergleichen. Harajuku ist eben sehr verwinkelt und versteckt seine Schätze. Ganz sicher gibt es noch tausend Insider, die ich nicht kenne. Das ist übrigens in ganz Tokyo so. In einige Geschäfte kommt man eigentlich nur hinein, wenn man vorher weiß, dass es die gibt und wo sie sind. Oft weisen nur winzige Hinweisschilder in einem schmalen Hauseingang oder in 10-15 Meter Höhe darauf hin. Also lauft bitte immer mit offenen Augen durch die Stadt! Viele Läden sind auch nur mit dem Aufzug zu erreichen, da sie auch mal im 6-7 Stock sein können.

Ansonsten habe ich nicht viel Neues über Harajuku zu berichten, außer, dass ich diesmal für drei größere Photosessions mit Passanten missbraucht wurde und sich tausend Leute nach mir umgedreht haben (was für Japaner ja extrem untypisch ist).
Nebenbei bin ich noch Geschenke für meine Freunde einkaufen gegangen und habs mir mal wieder bei Closet Child gutgehen lassen. Diesmal ein Überkleid in Gobelin-Optik von Victorian Maiden. Strike!!



Schön, dass dort regelmäßig neue Artikel in den Laden kommen. Es kann sich also lohnen, alle paar Tage mal vorbeizuschauen. (Ich habe mittlerweile schon hundertzwanzing Tüten von der Kette hier rumfliegen, weil ich IMMER was finde.)
Worüber ich mich übrigens amüsieren muss: Manche Geschäfte (z.B. im Laforet) haben auch nach außen des Ladens hin Kleiderstangen, die man typischerweise aber von innen betrachtet. Untypisch wie ich bin, betrachte ich aber gern abwechselnd von beiden Seiten und jedes mal, wenn ich die imaginäre Türschwelle übertreten habe, kam die Verkäuferin (bei Atelier Pierrot) wieder mit "Willkommäääääääääääääääään!" bzw. "Bitte beehren Sie uns bald wieder!" ... das hab ich so drei-vier mal durchgespielt. :D Mal sehen, wie oft das klappt ... Ich wollte es aber nicht weiter provozieren.

Ansonsten habe ich noch ein paar günstige, aber schöne Accessoires und einen Rucksack in Harajuku gefunden.




Auf dem Weg nach Harajuku (also vom Hotel zur Shinjuku Station) haben sich dann erstmal meine Rocking Horse Schuhe endgültig verabschiedet, sprich: die Lasche für den Riemen ist gerissen. Ich kehrte also humpelnderweise zurück und habe sie entsorgt, da sie sowieso schon böse mitgenommen aussahen. Mehr Platz im Koffer später. (Ich sehe gerade, dass die Putzfrauen sie wieder aus meinem Mülleimer genommen und unter den Tisch gestellt haben.... xD)

Nach meinem Harajuku-Trip kehrte ich mit Mittagessen ins Hotel zurück und brach dann, nachdem Ann-Marie sich gemeldet hatte, nach Ikebukuro auf. Wir wollten wieder in ein Isakaya mit Freunden.
Ich bin aber schon weit vor der Treffzeit losgegangen und habe das genutzt, um nochmal Ikebukuro zu durchstöbern. Ich habe mich aber nicht getraut, weiter als Sunshine City zu laufen, in der Angst, nachher nicht mehr zurückzufinden mit meinem tollen Orientierungssinn.
Was mich verwundert.... es stehen ja überall immer Leute, die einem Flyer, Heftchen, etc. zu Werbezwecken verteilen. Normalerweise ignorieren sie Nichtjapaner, weil das Austeilen an diese logischerweise keinen Sinn macht, weil so gut wie kein Westler japanisch lesen kann, aber ich kriege immer ALLES angedreht! ... Sehe ich wirklich so japanisch aus, oder habe ich so eine überwältigend sympathische, für Werbung offene Aura ...? Nach meiner Einschätzung nichts von beidem, also bleibt es (zumindest für mich) ein Mysterium.

Bei Closet Child habe ich dann aber noch mal drei gut erhaltene Singles von D gefunden, für jeweils rund 2,50 Euro. ... Allein dafür lohnt sich immer wieder die Anreise nach Ikebukuro. ;)

 Yami no Kuni no Alice, Birth und Tightrope.
 (Das hab ich jetzt nachträglich geknipst. Irgendwie hab ich's in Tokyo verpennt.)

Allmählich wurde es Zeit, sich in Richtung Treffpunkt aufzumachen. Aus Langeweile bin ich dann noch in den Department Store an der Bahnstation gegangen. Ziemlich teuer alles und der gleiche Kram wie überall. (Dennoch geschmackvoller als in Deutschland.) Komischerweise haben fast alle Schmuckläden in Tokyo ein identisches Angebot ... und immer viel zu teuer. Schmuck kaufen in Tokyo ist doof. Trotzdem habe ich ausnahmsweise eine hübsche Kette für relativ wenig Geld gefunden.



Ann-Marie traf ich schon bald und wenig später kamen noch Emily (die Freundin, die schon in Kamakura mit war), der Brite Alex und eine chinesische und eine deutsche Freundin dazu, sowie Kaori. Diesmal in Kuro Lolita (ganz in schwarz). Wir sind dann gemeinsam zum Isakaya aufgebrochen.
Die Athmosphäre war etwas moderner und weniger eigentümlich als in dem Isakaya, in dem wir zuvor waren. Jedoch sah es hier richtig traditionell aus, also ganz viel mit diesen typischen Holzgitterfassaden, die so leicht transparent sind.




Hier musste man die Schuhe ausziehen, welche man dann in Spinte schließen konnte. Es hat mich sehr an das Restaurant erinnert, in dem ich mit den australischen Lolitas war, da es wieder diese Sitznischen gab, nur waren hier hier keine Kochplatten in den Tischen.
Sehr interessant waren die Touch-Bildschirme, über die man seine Bestellungen abgegeben hat.
Hier waren Getränke (auch alkoholische) für 900 Yen (also knapp 9 Euro) für zwei Stunden all inklusive. Man war außerdem verpflichtet, pro Person mindestens zwei Gerichte (à ca. 3,50 Euro) zu bestellen. Sowas ist in Japan gang und gebe, also das mit dem Getränkefestpreis in Bars und dergleichen. Ich glaube, das könnte man in Deutschland wahrscheinlich nie in so großem Stil machen, daran würden vermutlich ganz schnell alle pleite gehen. Aber Japaner sind ja zum Glück dann schon volltrunken, wenn Deutsche erst angefangen haben. Die Gruppe neben uns wurde sehr, sehr schnell ganz furchtbar albern. Ab und zu kam tierisch lautes Kollektivgequietsche aus ihrer Richtung.
Den Abend über habe ich mich aber mit Eistee und Ginger Ale vergnügt. Ich war sowieso schon so tierisch müde und erschöpft; mit Alkohol wär ich da vermutlich auf der Stelle eingeschlafen.
Ich hatte aber trotzdem Spaß. Ab und zu kam ich auch mal in die Gespräche rein, auch wenn sie zu ca. 90% auf japanisch stattfanden.
Das Essen war lecker. Jeder hat bei jedem mitgegessen und es gab allerhand  Lustiges mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Tofu ...



Das Bild von dem Schinken-Dildo werde ich nie mehr los, seit es so ausgesprochen wurde. xD Das war eine mit Schinken umwickelte Frühlingszwiebel, die mit einer marzialischen Schere zerteilt wurde.



Am Ende kommt man im Isakaya immer um und bei mit 20 Euro raus. Find ich ok für einen Abend mit endlos Getränken und gutem Essen.

Wir fuhren dann allmählich alle Heim und wurden auf dem Weg immer weniger. Ich wurde noch bis zum Hotel begleitet, wo ich Ann-Marie dann endgültig verabschiedet und ihr für die vielen tollen Momente gedankt habe. Das war das letzte mal, das wir uns in Tokyo sahen.
Ein Tag würde mir dann noch in Tokyo selbst verbleiben.


                                   ~ Nostique ~























Dienstag, 22. Mai 2012

Tokyo: 22. Mai - Shinjuku. Gyoen Park, Korean Town

Gestern bekam ich noch spontan von Ann-Marie Bescheid, dass wir heute in den Shinjuku Gyoen-Park wollen und sie Yuta, einen Freund, mitbringt, mit dem wir noch nach Korean Town wollten.

Da wir uns erst um halb zwei trafen, habe ich den Vormittag in der City verbracht.
Es hat allerdings ekelig geregnet, darum habe ich eine Möglichkeit gesucht, die Zeit drinnen zu verbringen. Irgendwann hatte ich mir mal den Studio Alta Department Store herausgesucht und auf meine Liste geschrieben. Also bin ich da einfach mal rein.


Das Warensortiment entspricht etwa dem vom Shibuya 109 und ist auch preislich irgendwo da zu finden. Also viel Marken-Gyaru-Kram und co.



Allerdings gab es noch ein paar Geschäfte, die nicht so sonderlich da hineinpassten, aber dafür umso interessanter waren.
Zum Beispiel ein paar Läden, die so Cybergoth-ähnliche Sachen verkauften, also viel mit Lackleder, Neonfarben, Korsetts oder auch zerfleddert und blutverschmiert.


 Interessant war auch, dass Dangerous Nude hier das Geschäft hat; das wusste ich nicht. Die stellen vor allem sehr ausgefallene Korsetts, sowie lolitataugliche Kleidung in einem ganz eigenen Stil her, der etwas sehr Antikes an sich hat, aber in skurriler Weise. Es ist schwer zu erklären.



Ich habe außerdem einen Visual-Laden gefunden, der die neuesten CDs führt, und ganz viele davon waren auch signiert.



Dort wurden auch wieder die Kostüme einer Band ausgestellt. Sie waren so viktorianisch angehaucht, mit Gehröcken aus Samt, Jabots, Rüschen, aber zeitgleich auch etwas finster und morbide. (Aber ich hab mich drinnen das Photographieren nicht getraut. xD )

Ansonsten habe ich in dem Department Store noch eine Swimmer-Filiale gefunden (in der ich mir eine Haarklammer gekauft habe), sowie Liz Lisa.



Am meisten angetan hat mich aber ein Geschäft.... ein ziemlich großes. Das einzige, welches sogar einen eigenen Raum hatte.



Das war ein Super Dollfie (Volks) Geschäft!! - Woooooww - dachte ich nur. Super Dollfies sind sehr exklusive Ball-Jointed-Dolls, also Kugelgelenkpuppen aus Resin, die in Handarbeit hergestellt werden. Sowas wie Künstlerpuppen eben; kein Spielzeug. Sie sehen extrem echt aus, ja fast unheimlich. Ich habe mich in dem Laden etwas nach Kleidung für meine eigene Doll umgeschaut, aber ihr Preis überstieg bei weitem dem meiner eigenen Kleidung. Mann kann gut und gerne weit über 300 Euro für ein Puppenoutfit ausgeben. Die Puppe selbst kostet 400 - 700 Euro, wenn es keine besonders limitierte ist.
Jedenfalls waren dort ganz viele Puppen, vor allem Einzelstücke, ausgestellt. Manche kosteten mit Outfit weit über 1000 Euro. Und an den Wänden fand man alles für dieses Hobby ... Körperteile, Perücken, Augen, Wimpern, Werkzeug, Zubehör, Schminke ... Ich habe für meine eigene ein Döschen mit "Eyeputty" gekauft ... so eine Art Knete, mit der man die Augen im Kopf fixiert.



Näht man also die Kleidung dafür nicht selber, so empfiehlt es sich, bevor man hier kauft, zuerst bei Closet Child in Ikebukuro zu schauen, da gibts ja alles gebraucht. Ich habe außerdem zu hören bekommen, dass es im Stadtteil Akihabara eine ganze Straße in einem Kaufhaus gibt, welche nur mit BJD-Geschäften gefüllt ist.

Und weil ich, nachdem ich fertig war, schon auf der Ecke war, bin ich natürlich noch mal zu Closet Child rein. Ich habe einen Spitzenkragen, sowie eine so gut wie neue, opulente Boystyle-Bluse von Black Peace Now aus der Gothic-Abteilung geschossen. Ca. 25 Euro hat mich die Bluse gekostet. Das original Preisschild hing noch dran mit 125 Euro. Da würde ich glatt behaupten, dass das ein ultra Schnäppchen war. Das Jabot ist abnehmbar.



Später fand ich dann Ann-Marie mit Yuta an der West-Station auf, nachdem ich dort eine Viertelstunde im Regen stand. Yuta ist ein cooler Typ. Ein bisschen abgefahren; anders als der typische, schüchterne, eher unkumpelige Durchschnittsjapaner und er spricht sehr gut englisch. Er trug einen neonfarbenen Batikpulli und ist ziemlich groß und dünn. Man war sofort irgendwie auf einer Kumpel-Ebene, zumal er und Ann-Marie sich sehr gut kannten.
Wir sind dann allmählich so losgewandert auf der Suche nach Mittagessen, bis wir uns für ein günstiges Restaurant mit Gerichten aller Art entschieden haben. Ich hatte irgendwas mit Schweinefleisch, Sprossen, Salat und dazu eine Suppe und Reis. So viel konnte ich gar nicht essen, aber Yuta und Ann-Marie sind auf der Stelle zur Hilfe geeilt. ;)



Später haben Ann-Marie und ich uns eine Weile von Yuta getrennt. Er ist in einen Laden für Künstlerbedarf gegangen, um u.a. eine Freundin zu besuchen und Ann-Marie und ich haben den Shinjuku Gyoen Garten erkundet, trotz Regen. Der ist riesengroß und besteht aus mehreren Sektionen, u.a. aus einem Barockgarten, einem Englischen Garten und verschiedenen japanischen Abteilen. Wir haben uns die (im übrigen schon sehr alten) japanischen Sektoren angesehen, zumindest einen kleinen Teil, denn wir waren auf der Suche nach dem Teehaus.

Nach etwas Herumirren war es dann doch recht schnell gefunden. Es war im traditionellen Stil gehalten, aber draußen gab es einen Automaten, in den man das Geld für den Tee und dazugehörige Süßigkeiten einwarf und dafür einen Coupon erhielt.
Innen fand man die komplette Ausstattung für eine Teezeremonie, jedoch saß man auf Bänken mit Strohmatten statt auf Kissen auf dem Boden. Auf Podesten nahe der Wand stand ein traditioneller Teekessel.
Wir wurden von einer Dame im Kimono empfangen. Sie schaute nach den Coupons und brachte uns dann eine Süßspeise aus roter Bohnenpaste. Die war etwas mehlig und relativ geschmacksneutral, dafür aber sehr süß. Mein Fall war es nicht unbedingt. Kurz danach servierte sie uns Matcha-Tee. Das ist grüner Tee auf Pulverbasis, der ziemlich bitter ist. Man hält die Tasse auf bestimmte Weise und dreht sie vor und nach dem Trinken in bestimmte Richtungen, wobei man sie mit drei Schlücken leeren muss. Das Ganze ist also eine fixe Angelegenheit und nach nicht ganz 10 Minuten waren wir wieder draußen.

   




Danach sind wir noch etwas im Garten herumgelaufen.





Wir haben dann Yuta in dem Künstlerladen aufgesucht und noch ein bisschen geplaudert; danach sind wir nach Korean Town aufgebrochen.
Ich war ein paar Tage zuvor schon einmal zufällig dort, wie ich schon berichtet hatte. Nur wusste ich nicht, dass ich dort schon im Zentrum war.
Auf dem Weg dorthin sind wir durchs Rotlichtviertel gelaufen; wir waren sehr in der Nähe von meinem Hotel. Yuta meinte, es sei die letzten Jahre sehr viel sicherer geworden, seit die Regierung die Yakuza (also die japanische Mafia) etwas eingedämmt habe. Vorher habe es hier regelmäßig Schießereien gegeben.
Aus Spaß haben wir noch Photos vor einem Host-Club gemacht. Yuta fragte mich, welche Jungs von den Plakaten ich denn besonders gut finden würde. Ich zeigte auf welche, dann zeigte er auf welche. xD Tja, bisschen bi schadet nie.

Essen gegangen sind wir dann in einem koreanischen Grillrestaurant.



Man hatte an jedem Tisch eine eigene Grill/Kochplatte, auf der dann das bestellte Gericht (man muss mindestens zu zweit bestellen) vor den Augen zubereitet und zerteilt wird.



Man teilt sich dann alles dort. Ann-Marie hatte ein eigenes Gericht, da sie Vegetarierin ist und Yuta und ich haben uns was mit Fleisch geteilt. Dazu gab es wieder Reis, verschiedene Soßen und Knoblauch, verschiedene Gemüsesorten und dergleichen. Alles das kommt zusammen (aber in kleineren Portionen) mit den gebratenen Fleischstücken in ein Salatblatt und ein (Brennessel?-)Blatt und wird mit der Hand gegessen. Man kann es aber auch einzeln mit Stäbchen essen, was mir ganz recht kam, denn ich mag keinen Salat.
Lecker wars jedenfalls, aber riskant, wenn man keine Flecken auf die Kleidung bekommen will. Das war ja unvermeidlich. Einmal hat Yuta beim Aufstehen aus Versehen den Löffel aus der Suppenschüssel gerissen, welcher mir aufs neue Metamorphose-Kleid sprenkelte. Jetzt hat es orangefarbene Punkte, aber ich habe sie weitestgehend wieder auswaschen können. Das Kleid hat an dem Tag eh gelitten, schon wegen dem Dreck, der von den Bäumen kam. Mein MM-Bonnet übrigens auch.... ich hoffe, man kann es bügeln.
Lustig war aber, dass die Kellner Yuta immer auf koreanisch angesprochen haben. Zum Glück kann er etwas koreanisch (ist selbst Teilkoreaner), aber mit allen anderen Gästen sprachen sie japanisch.
Und schaut mal, was für komische Schilder man manchmal findet:


Da es keine getrennte Toilette gibt, soll man bitte nicht als Paar hineingehen, um diese nicht stundenlang zu blockieren. xD Zu herrlich.

Ich wurde nach dem Essen noch zum Hotel gebracht. War ein netter Tag, trotz Regen. Jetzt bin ich total kaputt. Morgen gehts dann nochmal nach Harajuku und Abends mit wieder anderen Leuten in ein Isakaya.
Yuta und Ann-Marie wollen mich übrigens verkuppeln. o.O Irgendwann.



                                                        ~ Nostique ~









Montag, 21. Mai 2012

Tokyo: 21. Mai - Ikebukuro

Heute bin ich wieder auf eigene Faust aufgebrochen.

Und mal wieder bin ich später losgekommen als geplant, aber das ist gar nicht so schlimm. Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich einer Gruppe diesmal wirklich extrem gutaussehender Hosts begegnet. Uah, sie haben mir zugewunken und "Hi!" gesagt. xD So kühl wie ich sonst bin, aber da musste ich glatt lächeln.
... Wieso stehen die eigentlich immer schon am frühen Vormittag da...? Wer soll um diese Uhrzeit auf die Idee kommen? Eigentlich wollte ich ja immernoch mal ein Photo von denen gemacht haben, aber ich glaub, dann würden die mich abschleppen und mir mein Geld aus der Tasche ziehen. Leider kann ich die auch nicht unbemerkt photographieren, weil ich generell immer total fixiert werde, schon aus 5 km Entfernung.

Von Shinjuku aus nach Ikebukuro zu kommen ist sehr einfach, da ich finde, dass der West-Bahnhof von Shinjuku trotz der Größe schön übersichtlich ist. Es steht überall dran, wenn man erstmal in der JR-Linien-Zone ist (es gibt mehrere Linien, aber JR deckt so die wichtigsten im Zentrum ab), welche Bahn in welches Stadtviertel fährt. Bin dann einfach mal stupide bei Ikebukuro hochgegangen.
Schön einfach wird das Bahnfahren übrigens, wenn man eine Suica-Card besitzt. Das ist quasi eine Prepaid-Karte, die man bei den Kartenautomaten in den Bahnhöfen aufladen kann und diese beim durchqueren der Schranken einfach auf den Sensor hält. Dann piepts und man kann durch. Kommt man am Ziel an, hält man sie wieder auf den Sensor und man sieht, wieviel Guthaben man noch hat. Das erspart einem das nervige Gesuche auf den Kartenautomaten nach den Preisen für die Zielstationen. Die Karte kann man auch bei manchen Getränkeautomaten und Convenience-Stores anwenden.

Ikebukuro hat mich vor allem wegen der dritten Closet Child Filiale angezogen. Bekannt ist das Stadtviertel aber für das große Angebot an Anime/Manga/Fanartikeln für das weibliche Clientel und Sunshine-City.


Ich habe mich zuerst zu Closet Child aufgemacht. Das ist sehr einfach zu finden, man muss vom Westausgang der Bahnstation eigentlich nur geradeaus Richtung Starbucks. Mal wieder war ich zu früh. Darum hab ich mir erstmal einen Erdbeer-Frappucino bei Starbucks gegönnt und die Zeit aus dem Fenster geschaut. Viele interessante Leute, die Harajuku-Fashion aller Art trugen. Auch sehr viele Lolitas. Ich habe hier sogar mehr gesehen als in Harajuku, seltsamerweise.
CC ist direkt über diesem Cafe, also bin ich einfach den Aufzug hoch und da war ich schon. Ich hab mich erst gefragt, ob ich richtig bin, denn ich landete in einem finsteren J-Rock Laden (was ja durchaus nicht negativ ist ^.^).



Rechts davon, ein klein wenig abgetrennt, findet man dann aber Kleidung. Erst die finstere Richtung (Visual Kei und co.), dann alles mit und um Lolita.



Die Auswahl ist ein bisschen kleiner als in den anderen Filialen, dafür gibt es aber Ball-Jointed-Dolls und andere Kugelgelenkpuppen in allen Größen und die dazu passenden Accessoires!



Fast hätte ich Stiefel für meine gekauft, aber ich dachte mir, von dem Geld kauf ich mir lieber ein echtes Paar Schuhe.
Ich war bei den Lolitasachen recht schnell durch, dafür habe ich mir dann umso mehr Zeit bei der Musik genommen. Es wurden neben dieser auch ganz viele Fanartikel, Musikzeitschriften und ähnliches verkauft, das meiste davon als Gebrauchtware (aber auch Neues gab es) und entsprechend Preiswert. Ich habe mir gleich vier CDs von D gekauft; zwei Singles und zwei Alben für zusammen unter 50 Euro.






Es gab da sogar eine original signierte Single (Vampire Missa) für 28 Euro, aber die war mir nur das Photo wert. ^^ (Im Nachhinein ärgere ich mich doch ein bisschen, sie nicht gekauft zu haben.)



 "Das Vasser" ... Geeeenau. xD

Beim Bezahlen sah ich dann den Verkäufer, der ein paar Minuten zuvor schon bei Starbucks vorbeilief. Anschließend habe ich noch eine Runde bei der Kleidung gestöbert, da kam auf einmal eine Gruppe westlicher Lolitas + Mutti rein. Die Mutter hat mich irgendwann nett angesprochen. Es waren Australierinnen auf Urlaubsreise. Sie bot mir an, dass ich sie gern mit nach Sunshine City begleiten könne. Das habe ich angenommen, denn so musste ich das nicht erst suchen und Begleitung ist ja immer nett.  Die Mutter hat die anderen dann erstmal gerufen, um die und mich bekannt zu machen. Sie waren sehr herzlich. Ich habe noch gewartet, bis sie mit shoppen fertig waren und dann sind wir aufgebrochen.

- Liebe J-Rock/Visual-Sympathisanten: wenn ihr die Gelegenheit bekommen solltet, nach Ikebukuro zu kommen: verpasst diesen Laden nicht!! Die Auswahl ist absolut geil und die Preise mehr als entgegenkommend. Außerdem gibts Bonuspunkte auf der Closet-Child-Kundenkarte. ;) (Meine ist jetzt übrigens fast voll und sollte mal gegen 2500 Yen eingelöst werden)

Die anderen bekamen bald hunger und darum sind wir sehr interessant essen gegangen. Das Restaurant war im Keller und man stieg auf ein Podest (zog vorher die Schuhe aus), in welches Lücken eingelassen waren, in denen Tische mit Kochplatten standen, sodass noch Platz am Rand für die Beine war. 



Zu Essen gab es verschiedene Mischungen aus Zutaten, die man sich dann entsprechend selber auf den Kochplatten gebraten hat.



Ich habe eine Curry-Mischung mit Schweinefleisch genommen. Das Ganze war dann am Ende so pfannkuchenartig. Man bestrich es mit einer Art Sojasoßenmischung und zum Schluss kam noch Nori (Seetang) und eine Art Mayonnaise drüber. Es war wirklich sehr lecker! Die Damen haben die ganze Zeit übertriebenst geschwärmt.



Wir haben uns aber nett unterhalten. Die eine von denen war auch D-Fan.

Als wir fertig waren, sind wir dann Richtung Sunshine City gewandert. Das ist quasi eine Stadt in der Stadt und besteht aus einem Museum, einem Aquarium, einem Hotel, einer riiiiiieeeeesen Shoppingmeile und noch viel mehr. Ein echter Gigakomplex.



Die anderen wollten ins Aquarium. Fische interessieren mich aber leider mal so überhaupt nicht. Darum habe ich mich dann wieder von ihnen getrennt, als wir da waren. Zum Abschied gabs noch Photos und ein paar überschwängliche Umarmungen.



Ich war mir erst unsicher, wo nun der Eingang zu der Shoppingmeile war. Ich bin erstmal ne Weile drumherumgeirrt und dabei in ein Kaufhaus gekommen. Das war's aber nicht, darum bin ich doch erstmal diesen Bahnstationähnlichen Tunnel daneben reingegangen. Auch wenns nicht einladend aussah: da war ich richtig. Man kam durch ein paar Türen und dahinter sahs auch schon wesentlich netter aus. Viele kleine Geschäfte mit allem möglichen Kram. Vom Stil her war es der Auswahl im Shibuya 109 recht ähnlich, aber weiter gefächert und insgesamt preiswerter und echt niedlich. Es gab auch Cafes und Restaurants.



Mit Springbrunnen.


Das ist ein Süßigkeiten-Laden. Große Begeisterung.

Axes Femme. Schöne Kleidung. <3

Irgendwann habe ich mich dort ein bisschen verrannt, dabei aber hübsche Ohrringe aus beiger Spitze, mit einer Blume drauf und in Herzform von Paris Kids gefunden, sowie eine beige Strickjacke mit Chiffon- und Tüllrüsche, Spitze und Rokoko-Ärmeln von Axes Femme (im Sonderangebot, sonst wärs mir zu teuer).




Als ich müde wurde, habe ich mich irgendwie wieder herausgewuselt. Ansich wollte ich ja noch mal der Vollständigkeit halber bei den Manga/Animesachen schauen, aber ich war wirklich total kaputt, darum habe ich mir das gespart. So viel kenne ich davon eh nicht, als dass es sich für mich gelohnt hätte.
Den Weg zur Bahnstation habe ich dann leider nicht mehr richtig gut gefunden. Bin ein paar mal um den Block, ehe ich verstanden habe, wo ich war. Scheinbar bin ich dann aber einen anderen Eingang reingegangen als ich herausgekommen bin. Mach nichts. Ich stieg dann in die U-Bahn Richtung Shinjuku.  Das war irgendwie anders als der Hinweg. Ich bin eine gefühlte Stunde gefahren, während es hin nur ca. 4 Stationen waren. Naja gut, ich kam immerhin bald an. Aber auch nicht wie gewohnt. Ich habe den Ausgang nicht gefunden, also habe ich mich in einen extrem teuren Department Store verirrt, bin da eine Rolltreppe hoch und AH - der Ausgang!!
Ab ins Hotel, über die neuen CDs freuen, kurz ausruhen und weil der Abend noch lang war, nochmal ne Runde Shinjuku City.

Ich hab mir mal Zeit genommen, meine Gegend etwas zu photographieren. ... Am augenscheinlichsten waren eben die Hostclubs mit den entsprechenden Werbetafeln. Die Hängen da einfach überall.



Da unten rechts gibts sogar ein Host Magazin. xD .... Ich glaube, es gibt in Japan echt für alles Zeitschriften....


Das ist ein Fischlokal. Man kann sich direkt aus dem Becken seinen Lieblingsfisch zubereiten lassen.


Danach bin ich noch mal ins Marui One, denn ich suche nach einer bestimmten CD für eine Freundin. Die habe ich leider nicht gefunden (darum schaue ich bald noch mal im Laforet), aber ich habe mich durchgerungen, das Marui One relativ ausführlich von drinnen zu photographieren. Es hat keiner gemeckert, auch wenn es in manchen Läden ein Photoverbot gab. Die habe ich dann auch absichtlich nicht genauer ins Bild genommen. Sowieso habe ich fast nur von den Flurenden aus geknipst, aber da erkennt man auch schon allerhand. Ich habe im obersten Stockwerk angefangen und mich dann nach unten gearbeitet.



Visual Kei. Sowohl musikalisch als auch kleidungstechnisch.



Hier gehts jetzt mit den helleren Lolitastilen weiter.


Rechts Angelic Pretty (wollten keine Photos), links Metamorphose, geradeaus Baby, the Stars Shine Bright.

(oben) Kera Shop Angel: verkauft hauptsächlich Classic Lolita verschiedener Marken. Mein Lieblingsstore in diesem Gebäude! Hier habe ich auch mein grünes Kleid her. Jetzt hängen da zwei neue. Die hätt' ich ja auch noch gern. ;)



Zwei Outfits von Alice and the Pirates. Ich liebe es!


Diverse Gothic&Punk-Labels ...


Das ist der Eingang eines Geschäftes mit echt morbide gehaltener Kleidung. Seht ihr die zwei Köpfe an der Wand? Sie haben Folterwerkzeuge im Mund.









Und das sieht man am Eingang.

Als ich durch war, hatte ich noch Lust auf ne Tour zu Closet Child in Shinjuku. Hin da. Doof nur, dass ich meiner Wegbeschreibung aus dem Internet geglaubt habe. Die war total falsch und darum habe ich mich dann auf mein Gefühl verlassen, welches mich richtig leitete. Gerade noch rechtzeitig, denn sie waren schon in Schließstimmung. Habe mir auf die Schnelle ein cremefarbenes Perlenarmband mit Rosen gekauft (das gleiche, was ich in Harajuku schon in rosa gekauft habe) und ein preiswertes langärmeliges One Piece von Metamorphose. Das ist beige, hat einen Stehkragen, wird von oben nach unten mit ganz vielen bezogenen Knöpfen geschlossen, man kann die Ärmel enger- und weiterschnüren und es hat eine Schnürung im Rücken, sowie ganz viele Rüschen und Pintucks. Die Form ist perfekt, um es sowohl als Unterkleid als auch als Überkleid zu tragen! Es könnte auch einen leichten Sommermantel ersetzen. Ich habe schon ganz viele Ideen zum Kombinieren.




Schön, wenn man vorm Schlafengehen nochmal eben was Tolles findet.
Ich habe übrigens soeben von meinen Noten fürs Abi erfahren. Ich habe bestanden! 108 von mindestens 100 Punkten insgesamt. Damit bin ich raus aus dem Schneider; ich muss dann nur noch zu den mündlichen Prüfungen am Donnerstag nach der Reise erscheinen.

Schöner Tag, ich bin glücklich. Jetzt ist es halb Zwölf in Tokyo und ich gehe zu Bett. Wenn Ann-Marie sich gleich nicht mehr meldet, mache ich morgen noch einen Trip nach Harajuku, um die letzten Ecken zu erkunden.


                                            ~ Nostique ~